Junge Perspektiven gestalten ländliche Räume: kreativ, mutig und mit Vision
Stadt.Land.Oase ist ein künstlerisches Modellprojekt,das jungen Menschen zwischen 16 und 27 Jahren Raum gibt, ihre Perspektiven in ländlichen Räumen Sachsens sichtbar zu machen. Dabei sprechen wir besonders Menschen mit Fluchterfahrung und Rassismus- sowie Diskriminierungserfahrungen an.
Aus den Städten, wie Leipzig und Dresden heraus, entwickeln Teilnehmende gemeinsam mit ländlichen Kulturorganisationen kreative Ideen, Installationen und Aktionen. Dabei nutzen wir die Metapher der Oase: einen Ort der Begegnung, des Innehaltens, des gemeinsamen Gestaltens. Orte, die Gemeinsamkeiten zwischen Migration, Internationalität und Nach-Wende-Geschichte
suchen und stärken.
Wir schaffen dritte Räume, sogenannte Zwischenräume, in denen neue Narrative wachsen können. Hier treffen Stadt und Land, Erfahrungen und Zukunft, Kunst und Alltag aufeinander.
Hier geht es um Teilhabe, Sichtbarkeit und die Kraft gemeinsamer Visionen.
Wir beschäftigen uns mit Fragen wie:
Für wen wir da sind:
Ob du Modelle entwirfst, Räume zum Leben erweckst oder neue Narrative gestaltest – hier triffst du auf eine kreative Community, die Kunst als treibende Kraft gesellschaftlicher Veränderung begreift.
Eine Woche lang haben wir in Leipzig und Döbeln gemeinsam Ideen entwickelt, gestaltet und experimentiert. In Zusammenarbeit mit Treibhaus e. V. entstanden erste künstlerische Prototypen, die neue Räume des Miteinanders skizziert haben, symbolische Windschutze zwischen urbanen und ländlichen Räumen.
Das Ideenlabor Dresden startete am 17. Oktober 2025 mit der Exkursion in Hoyerswerda, wo wir herzlich in der Kulturfabrik Hoyerswerda empfangen wurden. Im ersten Workshop mit Raisan Hamed erkundeten wir gemeinsam anhand von Familienfotos und Gegenständen aus unserer Vergangenheit die Bedeutung von Identität und Erinnerung. Am zweiten Tag widmeten sich die Ideenentwickler*innen der Challenge unter dem Thema „alte Spuren – neue Formen“ und gestalteten Collagen aus ihren mitgebrachten Familienfotos und brachten sie in neue Formen. An unserem letzten Tag in Hyerswerda erhielten wir eine Stadttour und konnten so Hoyerswerda noch besser erkunden. In der anschließenden Werkstattwoche entwickelten die Ideenentwickler*innen ihre Ideen im Hole of Fame (Dresden) weiter. Es entstanden neue ortsspezifische Kunstinterventionen, die die Räume, mit denen wir interagieren, neu gestalten und einen Dialog über Migration, ländliche Lebensrealitäten und Nachwende-Erfahrungen anstoßen.
Am 23.01. fand in Chemnitz das Symposium „From Margins to Oasis – über die Neuerfindung dritter Orte“ unseres Projekts Stadt.Land.Oase statt. Zum Einstieg in das zweite Projektjahr kamen Ideenentwickler*innen aus den Ideenlaboren von Stadt.Land.Oase mit Vertreter*innen aus Kulturorganisationen zu einem Tag intensiven Austauschs zusammen. In den Räumlichkeiten des Kulturbahnhofs Chemnitz präsentierten Ideenentwickler*innen aus den Laboren Dresden-Hoyerswerda und Leipzig-Döbeln künstlerische Ergebnisse aus dem ersten Projektjahr. Moderiert von Batoul Abu-Yahya, bestand der Tag unter anderem aus einem Austauschraum gestaltet von Community Coach Sujin Noël sowie einem von Kollektiv Kubik geleiteten interaktiven Workshop zu gelingenden Kooperationen zwischen ländlichen Kulturorganisationen und städtisch positionierten Kulturschaffenden. Chang Nai Wen stellte den United Networks Hospitality Rider zu Gastlichkeit und Behutsamkeit von Kooperationen vor & verschiedene Kulturorganisationen präsentierten ihr Angebot. Das Symposium bildet den Auftakt für vernetzende, interdisziplinäre Austauschformate, die im September 2026 (TBA) durch weitere Veranstaltungen fortgesetzt werden.